Sekundäranspruch („Distribution“/“Sanktion“)

Der Haftung auf Herausgabe eines Ersatzvorteils, der infolge eines Leistungshindernisses erlangt wurde, können zwei verschiedene Konzepte zugrunde liegen:

  • Der Gläubiger trägt das Risiko, dass er die Leistung wegen eines Hindernisses nicht erhält. Dafür sollen ihm auch die aus dem Hindernis erwachsenden Vorteile gebühren (Vorteil-Nachteil-Ausgleich, „Distribution“)
  • Wenn das Leistungshindernis darauf beruht, dass der Schuldner mit dem Leistungsgegenstand Gewinn gemacht hat (z.B. Weiterveräußerung), dann soll er für die Vereitelung des Leistungsinteresses des Gläubigers bestraft werden und davon von vornherein abgehalten werden („Sanktion“).